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Avatar 3D Experience

Dank Blu-ray und erschwinglicher Heimkino-Komponenten, gab es in letzter Zeit kaum noch (gute) Gründe, um ins Kino zu gehen. Klar, die Leinwand ist größer, dafür sitz man nicht immer gut, muss sich mit lauten Vor-, Hinter- und Nebenmännern abgeben, ärgert sich über den schlecht eingestellten Projektor, zu leisen oder lauten Ton und muss immer bis zum Ende einhalte, weil man irgendwie keine Pausetaste findet. Von den horrenden Eintritts- und vor allem Genußmittelpreisen gar nicht zu sprechen.

Jetzt kommt es von den Eintrittspreisen her noch dicker, aber dafür in 3D (ein mehr oder minder kleiner Obulus zur (Re-)Finanzierung der neuen Technik wird natürlich direkt an die Kunden weitergegeben). Klar, das gab es auch schon bei diversen Render-(Zeichen-)Trickfilmen, aber wohl noch nie so eindrucksvoll, wie in James Cameron’s Neuverfilmung von Pocahontas - eher bekannt unter dem Titel “Avatar”.

Die Struktur der “Story” (sofern man davon sprechen möchte) ist entsprechend bekannt und Cameron hat es doch tatsächlich geschafft, nicht die kleinste Wendung oder Überraschung einzubauen. Aber eigentlich dient die ganze Geschichte ja sowieso nur als Aufhänger für die tollen 3D Effekte - von der 2D Fassung des Kinofilms sollte man wohl die Finger lassen (was dann wohl leider auch für die Zweitverwertung auf DVD/Blu-ray gilt). Das ganze geht so weit, dass man sich bei einigen Szenen denkt, dass die überhaupt nur Sinn ergeben, weil sie einen 3D Effekt zeigen sollen, ansonsten aber genausogut am Schneidetisch hätten verschütt gehen können. Damit erklärt sich dann wohl auch die Laufzeit von gut 160 Minuten - es sah wohl einfach alles zu cool aus, um es einfach rauszuschneiden.

Die lange Laufzeit wird aber in einer Hinsicht gut genutzt: Sie führt extrem gut ein - nicht in die Story, die ist ja wie gesagt sowieso zu vernachlässigen, sondern in die 3D Technik. So kann man sich langsam an die noch ungewohnte neue Dimension gewöhnen und übersteht auch den Overkill am Ende ohne Kopfschmerzen. Klar, mit der einen oder anderen, kleinen oder größeren Schwäche hat die neue Technik noch zu kämpfen, aber wer 3D noch aus den seligen Rot/Grün-Brillenzeiten kennt, wird trotzdem begeistert sein. Anstrengend ist beispielsweise, dass nur ein Teil des Bildes, auf einer bestimmten Ebene wirklich scharf ist. Wenn man seinen Blick nicht entsprechend darauf einstellt, sondern versucht, etwas aus der tollen 3D Kulisse im Hintergrund zu fokussieren, geht das schlicht nicht, weil die einfach unscharf ist. Besonders schwierig wird dieses bei Schnitten und schnellen Kameraschwenks, bei denen der scharfe Ausschnitt schnell wechselt. So sind bei Avatar beispielsweise die ruhigen und langsamen Kamerafahrten (beispielsweise durch den Urwald) wirklich beieindruckend - die Actionscenen dagegen sind in 3D stellenweise sehr verwirrend und anstrengend.

Alles in allem ist Avatar aber trotzdem endlich mal wieder ein guter Grund, das Heimkino daheim zu lassen und den Weg zum nächsten altehrwürdigen Lichtspielhaus (sofern es denn über 3D Technik verfügt) auf sich zu nehmen.

Amazon.co.uk, Imports und Altersfreigabe

Eben war Amazon.co.uk noch eine günstige Quelle für Blu-Rays und (ungeschnittene) PC- und Konsolenspiele, jetzt ist damit Schluss.
Seit kurzem lassen sich mit einer deutschen Anschriften keine Filme und Spiele mehr bestellen, die ab 16 bzw. 18 freigegeben sind - bei dem Versuch selbiges zu tun bekommt man nur noch die Meldung:

We’re sorry. This item can’t be shipped to your selected destination. You may either change the shipping address or delete the item from your order by changing its quantity to 0 and clicking the update button below.

Wer da wohl seine Finger im Spiel hat(te)?

EDIT: Die Bestellung von Spiele scheint wieder zu funktionieren. Bei Filme kommt leider immer noch die Fehlermeldung.

FSK, Cover und das Ende der Ästhetik

Es ist soweit, die neuen FSK-Kennzeichnungen sind auf dem Frontcover von neuen DVDs und Blu-Rays angekommen. Gut 3,4cm messen die neuen Altersangaben in der Höhe und Breite und haben damit ihre Ausmaße ziemlich verdoppelt. Hinzu kommt, dass die FSK-Einstufung nun auf dem Frontcover abgebildet seien muss (und nicht mehr auf der Rückseite ihr Dasein fristet). Außerdem darf sie nicht mehr entfernbar sein - vorbei die Zeit von FSK-Stickern, die man halbwegs gut enfernen konnte. Ab jetzt wird die Alterseinstufung direkt auf das Cover gedruckt.
Sonderlich schön sieht das nicht aus. Vielleicht kommen jetzt ja das Wendecover zu neuen Ehren - oder Papphüllen setzten sich, zumindest für die Nicht-Budget-Veröffentlichungen, durch. Ich kann mir auf jeden Fall nur schwerlich vorstellen, dass Personen, die sich aus ästhetischen Gründen gerne MetallPak oder Steelbook Versionen zulegen, dies auch weiterhin tun werden, wenn das Cover so zwangsverunstaltet wird.
Über die Sinnhaftigkeit dieser Anpassung kann man wohl sowieso streiten - Verkaufspersonal, das nicht auf die alten Sticker geachtet hat, wird es wohl auch bei den neuen nicht tun. Aber eigentlich könnten ja auch die Eltern ab und an mal einen Blick auf ihre Sprösslinge - und deren Kaufgewohnheiten - werfen.

DVD-Tipp

Pleiten, Liquiditätskrisen und Insolvenzen. Wer die täglichen Nachrichten in der Zeit der Finanz- und Wirtschaftskrise am Abend mit spannenden Dokumentationen über Dergleichen abrunden möchte, sei auf die folgenden drei Filme verwiesen:

Startup.com

Enron: The Smartest Guys in the Room

Weltmarktführer - Die Geschichte des Tan Siekmann

X-treme Series von VCL

Alter Wein in neuen Schläuchen. Ist ja im Prinzip nichts gegen auszusetzen, wenn denn wenigstens der Wein von guter Qualität ist.
Darauf ließen zumindest die Titel der neuen VCL DVD-Reihe “X-treme Series” schließen. “Phantoms”, “Jeepers Creepers” oder “Mimic” sind zwar mit Sicherheit keine Top-Titel, aber immerhin erträglich. Was man von der Neuveröffentlichung leider nicht sagen kann - die ist nämlich wirklich “X-treme” und zwar extrem schlecht.
Während die Covergestaltung noch als hässlich durchgeht, ist der Inhalt der DVDs eine Frechheit. Auf ein DVD-Menü und Zusatzinhalte kann man ja zur Not noch verzichten, wenn, ja wenn, denn wenigstens die technische Seite des Films stimmt. Nehmen wir das Beispiel “Jeepers Creepers”: Auf der Standard-DVD (aus dem gleichen Hause) liegt der Film in 1,85:1 (anamorph) vor, mit englischem und deutschem Ton in DD5.1. Die Neuveröffentlichung bietet dagegen 1,33:1 Fernsehformat und keine englische Tonspur. Dafür ist es halt eine Billigveröffentlichung, die zu entsprechend kleinen Preisen über die Ladentheke wandert - aber mal ehrlich, wer braucht sowas?