Archiv von Februar 2009

Seuche 2.0: Unboxing Videos

Das Internet bringt ja so manche Absonderlichkeiten hervor, des öfteren sind sie lustig, manchmal einfach nur schräg. Aber ab und zu gibt es dann auch Dinge, die eigentlich keine Existenzberechtigung haben.
Der neueste Spross der letzten Kategorie nennt sich “Unboxing Videos”: männliche, technikbegeisterte (aber nicht unbedingt mit angemessenem Fachwissen ausgestattete) Individuen filmen sich beim Auspacken ihres neu erworbenen Technik-Gadget. Wenn man Glück hat, besitzen sie wenigens ein Stativ für die Kamera (und wenn man noch mehr Glück hat, filmen sie beim Auspacken von sich selbst nicht mehr als die Arme - manchmal gibt es aber auch ungeahnte, weniger schöne Einsichten). Der Sinn des ganzen? Auch wenn es wie eine neue Version von “Mein Haus, mein Auto, mein Boot” anmutet, soll das Ganze wohl Informationscharakter haben. Es ist nur nicht so ganz klar, welche Informationen vermittelt werden sollen.
Zuerst einmal wird der gesamte Packungsinhalt genüsslich in die Kamera gehalten: Bedienungsanleitung, CDs, Plastiktüten, Garantieschein… also alles das, was man (normalerweise) auch beim Hersteller aufgelistet finden. Wie eine CD aussieht weiß wohl jeder und die Bedienungsanleitung kann man beim kurzen Schwenk vor dem Kameraobjektiv auch nicht lesen.
Dann wird der Zuschauer “um das Gerät herumgeführt”, dabei werden alle möglichen (und unmöglichen) Anschlüsse einmal ins Bild gehalten und die technischen Daten (die auf jeder Herstellerseite und in jedem Shop zu finden sind), nicht immer korrekt, runtergerasselt.
Wenn man Glück hat, wird das Gerät zum Schluss nochmal eingeschaltet und man sieht, dass es auch tatsächlich funktioniert.

Fischen in der Packstation

Am Montag erhielt ich eine nette Mail:

“Liebe Packstationbenutzer,
Am Wochenende hatten wir einen Datenbankcrash, durch den sehr viele Daten verlorengegangen sind.
Wir bitten sie, sich einzuloggen, um ihre Daten zu überprüfen.

http://packstati0n.de/index.php?=29312DK393&Session=DK290908DWNS

Ändern sie bitte keine ihrer Daten, da dies zu Problemen führen könnte.
Das Problem wird bald behoben sein

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr DHL Team

Soweit eigentlich nicht Neues. Die angegebene Seite sieht halbwegs nach dhl aus - trotzdem schlechter Versuch:

  1. Ich benutzte die Packstationen überhaupt nicht (wahrscheinlich vor allem, weil es bei uns keine gibt…)
  2. die Zeichencodierung der Mail war falsch eingestellt, so dass alle Umlaute entweder durch “(9″ oder “?” ersetzt wurden
  3. die 0 (Null) anstelle des großen O zu verwenden ist ja ein alter Trick - allerdings sollte man dann wohl auch den Rest der URL in Großbuchstaben schreiben… (wobei es, bei den Schrifteinstellungen im Blog, im oben gequoteten Text ja funktioniert hätte)
  4. servic@dhl.de als Absenderadresse ich auch nicht sonderlich vertrauenerweckend
  5. den natürlich nicht passenden Denic-Eintrag lasse ich jetzt mal außen vor

Also mal kurz das ganze sowohl DHL als auch dem Provider United-Domains gemeldet. Von DHL gabs eine Stunde später die Rückmeldung: Es handelt sich um eine Phishing-Mail (ach ne, als wenn ich das nicht gewußt hätte) - sollten sie ihre Daten bereits eingegeben haben, melden sie sich bitte schnell.

Zumindest war die Domain aber bereits am nächsten Tag abgeschaltet. Auf meine Mail an United-Domains habe ich aber auch drei Tage später noch keine Antwort erhalten.

Netbooks vs. Keyboard

EeePC 901 OriginaltastaturTrotz ständiger Neuerscheinungen auf dem Markt, gibt es bisher kein Netbook, dessen Tastatur mich wirklich überzeugen kann. Entweder ist die linke Shift-Taste zu klein oder an der falschen Stelle - oder (für mich) wichtige Tasten wie “<>|” sind kaum benutzbar (Fn beim EeePC; andere Platzierung beim Samsung NC10). Das Samsung NC10 hatte zumindest eine brauchbare linke Shift-Taste, leider nur so lange, bis das deutsche Layout vorgestellt wurde.
Wenn man doch nur seine eigene Tastatur layouten könnte… dann sähe meine für den EeePC 901 so aus, wie auf dem unteren Bild (Originallayout: Bild oben): Die Tastatur geht bis an den Rand des Netbooks, die Pfeiltasten sind abgesetzt, damit genug Platz für die linke Shift-Taste bleibt. Die Enter-Taste hat doppelte Höhe, Backspace ist größer und “<>|” sind an der richtigen Stelle auf einer eigenen Taste (evtl. würde ich sogar die Windows und Fn-Tasten zusammenlegen, die rechte Windowstaste streichen und Alt Gr und Space etwas vergrößern). Eigenes Layout

PS3 Review: Time Crisis 4 + GunCon 3 Controller

PackungNichts bleibt mehr gleich - aber alles wie gehabt (angelehnt an einen schlechten Titelsong einer noch schlechteren Soap).

Der vierte und neueste Teil der Time Crisis Serie ist schon vor einiger Zeit erschienen, bisher (und wohl auch in Zukunft) aber nicht in Deutschland erhältlich. Dem Import aus dem Ausland (beispielsweise den USA) steht aber nichts im Wege, da fast alle Playstation 3 Spiele auf einen Regionalcode verzichten.

Mit in der - entsprechend groß dimensionierten Packung - befindet sich der GunCon 3 Controller (natürlich kann auch das PS3-Pad zum spielen benutzte werden… aber wer will das schon). Weder das Spiel noch die Lightgun gibt es im Übrigen einzeln zu kaufen – wer also zu zweit vor dem Fernseher seinem Hobby nachgeht, wird sich ein weiters Spiel kaufen oder auf einen normalen PS3-Controller ausweichen müssen. Das liegt wohl nicht zuletzt daran, dass es bis jetzt (und das Spiel ist ja schon seit einiger Zeit auf dem Markt) kein weiteres Spiel neben Time Crisis 4 gibt, das die GunCon unterstützt. Für die Zukunft lässt das leider nicht das Beste erwarten.

GunConBereits nach dem Auspacken fällt auf, dass sich (nicht nur optisch) einiges verändert hat. Die GunCon kommt in der schicken Farbe Orange daher – ja richtig gelesen – Orange. Das ist natürlich nicht dem verqueren Geschmack des Herstellers zu verdanken, sondern der Gesetzeslage in den USA geschuldet (in Japan ist die GunCon Schwarz). Damit Spielzeugpistolen nicht mit echten Waffen verwechselt werden, gibt es sie nur in grellen Farben. (Irgendwelche Verbrecher da draußen, die schon versucht haben ihre echten Waffen orange zu färben?) Die Veränderungen hören aber nicht bei der Farbe auf. Sofort fällt auf, dass es sich bei der GunCon eigentlich gar nicht mehr um eine Pistole handelt, hat sie doch jetzt einen zweiten Griff vorne am Lauf. An dessen Front befinden sich zwei Tasten, obenauf ein analoger Stick. Dazu kommen zwei Knöpfe an der Seite der Pistole und zwei am hinteren Ende. Dort befindet sich ein zweiter analoger Stick. Die GunCon wird mittels – ausreichend langem – USB-Kabel mit der Playstation 3 verbunden.

Dioden IJetzt fehlt nur noch eine letzte Änderung: Die bewährte Lightgun-Technik, die auf dem Zeilensprungverfahren der guten alten Röhre basierte, funktioniert bei LCD, Plasma, Beamer und Co. nicht mehr: Folglich orientiert sich auch die GunCon an der Wii-Fernbedienungs-Technik. Dioden IIDie beiden mitgelieferten Infrarot-Dioden (eigentlich sind es zwei Boards mit jeweils drei Dioden) können einfach über den Rand des Fernsehers gehängt werden (sie besitzen lange Gummibänder mit Gewichten am Ende) – und werden dann per USB mit einem Port der PS3 verbunden und so über Strom versorgt (oder über ein – nicht enthaltenes – USB Netzteil). Die gesamte Technik funktioniert jedoch nur, wenn die Dioden sich über dem Bild befinden – wer einen Beamer und Leinwand hat, könnten also vor gewissen Schwierigkeiten stehen (offiziell wird übrigens nur eine maximale Bildbreite von 50 Zoll unterstützt).

FPSmodeDie Veränderungen gehen weiter, sobald das Spiel gestartet wurde. Die Grafik kommt natürlich in HD-Auflösung daher, ist ansonsten aber nicht sonderlich gut. Der Großteil der Rechenstärke der PS3 liegt brach. Neben der Grafik fällt ins Auge, dass es einen neuen Spielmodi gibt: Neben dem altbekannten Spielhallen-Arcademodus gibt es jetzt auch einen FPS-Modus. Hier läuft man nach bekannter EGO-Shooter-Manier mit Hilfe der beiden analogen Sticks (Stick der Laufhand ist für vorwärts, rückwärts und seitwärts zuständig – der Stick am Ende der GunCon 3 bewegt das Sichtfeld nach links, rechts, oben und unten), während man gleichzeitig mit der GunCon zielt. Das hört sich besser an, als es in Wirklichkeit ist. Die Koordination zwischen zielen und Sichtfeld verschieben gestaltet sich eher schwierig, so dass man zum Zielen meistens stehen bleibt (erinnert von daher ein wenig an das erzwungene Stehen bleiben bei den Resident Evil-Spielen). Dazu kommt, dass die Grafik im FPS-Modus auch eher schlechter ist und das Leveldesign mit bestem Willen gerade noch als schlicht beschrieben werden kann.
Nichts desto trotz ist es ein nettes Experiment, das kurzzeitig Interesse weckt.

ArcademodusKommen wir lieber zurück zum normalen Lightgun-Geschäft. Der Arcademodus ist solide und eigentlich genau das, was man auch erwartet hätte. Nicht mehr - aber auch nicht weniger.
Aber auch hier wurde vor Veränderungen - nicht nur zum Guten - nicht halt gemacht. Nachgeladen wird nicht mehr, indem man neben den Fernseher zielt und den Abzug betätigt. Dafür muss jetzt eine extra Taste herhalten – die befindet sich zum allgemeinen Leitwesen am vorderen Griff, so dass die GunCon 3 auch im Arcademodus mit beiden Händen festgehalten werden muss. Die gleiche Taste dient im Übrigen dazu in Deckung zu gehen. So ist man vor einigen Gegnern geschützt, wenn man die Taste gedrückt hält (nachgeladen wird dann entweder wenn man die Taste loslässt oder direkt beim Herunterdrücken).

Das Konzept des “Neben den Fernseher schießens” hat aber trotzdem überlebt. An einigen Stellen kommen Gegner von mehreren Seiten - dann kann man, indem man links bzw. rechts neben den Fernseher schießt, der Bildausschnitt entsprechend verschieben (der Charakter dreht sich quasi jeweils im 90 Grad Winkel in die entsprechende Richtung). Der Geschwindigkeit zuliebe wäre diese Funktion aber auf einem der beiden Sticks besser aufgehoben gewesen.

Alles in allem ist das Spiel ganz solide. Dank des (noch) ganz guten Dollar-Kurses - und der für die PS3 nicht vorhandenen Alternativen - kann man sich Time Crisis 4 durchaus mal ansehen - sofern man auf Lightgun-Spiele steht.

Amazon.co.uk, Imports und Altersfreigabe

Eben war Amazon.co.uk noch eine günstige Quelle für Blu-Rays und (ungeschnittene) PC- und Konsolenspiele, jetzt ist damit Schluss.
Seit kurzem lassen sich mit einer deutschen Anschriften keine Filme und Spiele mehr bestellen, die ab 16 bzw. 18 freigegeben sind - bei dem Versuch selbiges zu tun bekommt man nur noch die Meldung:

We’re sorry. This item can’t be shipped to your selected destination. You may either change the shipping address or delete the item from your order by changing its quantity to 0 and clicking the update button below.

Wer da wohl seine Finger im Spiel hat(te)?

EDIT: Die Bestellung von Spiele scheint wieder zu funktionieren. Bei Filme kommt leider immer noch die Fehlermeldung.