Archiv von Dezember 2009

HP Mini 5101 - Der bessere Eee-PC 1005ha-m?

HP Mini 5101Die technischen Daten des HP Mini 5101 sind im Verhältnis zu seinem Preis - zwischen 399 Euro und 450 Euro - erst einmal ernüchternd:

- Intel Atom N280 mit 1,66 GHz
- Intel GMA 950 Grafik
- 10,1 Zoll LED Display
- VGA Anschluss
- 3 USB-Ports
- LAN
- SD/MMC Cardreader
- 160GB Festplatte

… bis hierhin also nichts ungewöhnliches. Soweit zur Pflicht und jetzt zur Kür: Das Display hat eine wesentlich funktionalere und für 10 Zoll angemessene Auflösung von 1366 x 768 Pixel. Damit lässt es sich vernünftig arbeiten und vor allem mit wesentlich weniger Scrollarbeit im Internet surfen. Außerdem ist das Display matt - heutzutage ja leider eher die Ausnahme. Notebookcheck gibt eine maximale durchschnittliche Helligkeit von 227cd/qm an, was auch an sonnigen Tagen einen Ausflug mit den Netbook in den Garten erlauben sollte. In der 450 Euro Veriante verfügt der HP Mini 5101 sogar über eine SIM-Steckplatz hinter dem Akku für WWAN Verbindungen, damit klappts dann auch im Schrebergarten mit dem Internetzugang.

vergleich_hp_mini_5101-eeepc_1005ha-m_1Der Deckel des HP Mini 5101 besteht aus gebürstetem Aluminium - zumindest an der Außenseite, was unschöne Fingerabdrücke wie beim EeePC verhindert. Innen um das Display, hat sich HP leider für das gleiche glänzende Pseudo-Klavierlack-Finishing entschieden, wie man es auch bei Asus findet. Das ist umso nerviger, weil die Reflektionen dieser Displayrahmen den Vorteil eines matten Displays zumindest in Teilen wieder aufheben. Dafür besteht beim HP Mini 5101 die Handballenauflage und Power- und Shortcutleiste über der Tastatur aus einer gummierten Oberfläche. Diese schmeichelt nicht nur den Handballen, sondern ist auch immun gegen Fingerabdrücke. Warum aber ausgerechnet das Tochpad in Hochglanzoptik daherkkommt ist unverständlich.

chicklet_tastaturNotebookcheck moniert, dass das Tochpad sehr glatt sei, ich empfinde es - verglichen mit dem Tochpad des EeePC 1005ha-m - aber als wesentlich angenehmer zu bedienen. Das Tastaturlayout ist perfekt und entspricht dem des EeePC 1005. Alle Tasten sind an der richtigen Stelle und ausreichend groß (was insbesonder heißt, dass die rechte Shift-Taste dem Standardlayout entspricht und auch die Kleiner/größer-Taste an ihrer angestammten Position sitzt). Die Links-/Rechtstasten haben im Gegensatz zum EeePC 1005 dieselbe halbe Höhe wie die Pfeilhoch/runtertasten. Mit der echten Chicklet-Tastatur des Mini lässt es sich um einiges besser schreiben, als mit der Pseudo-Chicklet-Optik des EeePC 1005. Ungewöhnlich ist, dass die Sondertasten auf f2, f3 usw. die Standardbelegung der Tasten sind (und entsprechend auch mit weißen, großen Symbolen belegt sind), während die f-Funktionen über Kombination mit der Fn Taste erreichbar sind. Die runde Powertaste in der Mitte der Leiste ist genauo beleuchtet wie die beiden runden Shortcut-Tasten (für Internet und Mail). An der Vorderseite des HP Mini 5101 befindet sich noch ein Einweg-Schiebeschalter für WLan/BT/WAN, neben der LED für die Festplatte. Die LED für Caps-Lock befindet sich direkt auf der Taste, für Num-Lock gibt es nur ein Popup.

vergleich_hp_mini_5101-eeepc_1005ha-mWarum immer der Vergleich zum EeePC 1005ha-m? Beide Geräte haben ähnlich Ausmaße, was Höhe, Breite und Tiefe betrifft. Der Mini wirkt natürlich um einiges wuchtiger, da er keine abgerundeten Ecken und Kanten hat. Die Tastatur ist vom Layout und Tastenbreite sehr ähnlich (wenn man beim EeePC die tiefergelegten Tastenränder nicht berücksichtigt). Der HP Mini hat auch die gleiche Displayaufhängung und lässt sich leider auch nur in dem gleichen kleinen Winkel aufklappen wie der EeePC 1005.

akkuBeim Kauf des HP Mini 5101 ist auf den Akku zu achten. Die günstigeren Varianten enthalten nur einen 4 Zellen-Akku (29 Wh), der für 2,5 Stunden Surfen gut ist. Die teureren Versionen enthalten meist den 6 Zellen-Akku (55 Wh), der sonst mit 99 Euro zu Buche schlägt und für 6 bis 7 Stunden Surfen ausreicht. Ein nettes Bonus-Featur, das HP aus seiner Business-Notebookserie übernommen hat: Die Akkus verfügen über einen Füllstandsanzeige. Ob das Netbook nochmal schnell an die Steckdose muss, kann also durch kurzes drücken auf die dafür angebrachte Taste am Akku und eine Blick auf die dann aufleuchtende Füllstandsanzeige eruiert werden.

Während man beim EeePC auch das Netzteil, ob seiner geringen Größe, noch halbwegs gerne mit auf Reisen nimmt, ist das beim HP Mini leider platzraubender. Das Netzteil ist größer und benötigt leider ein normales Notebook-Kaltgerätekabel mit Schutzleiter, hat also einen entsprechend dicken Stecker. Und auch der Netzteilstecker für die Netbookseite ist nicht wie beim EeePC abgewinkelt und filigran, sondern relativ massiv und steht beim Anschluss an den HP Mini weit zur Seite ab, was nerven kann, wenn man ihn im angeschlossenen Zustand wirklich als “Laptop” benutzt. Dabei bemerkt man dann auch das leicht höhere Gewicht des HP Mini, das wohl etwa eine Schokoladentafeln über dem des EeePC 1005 liegt.

Avatar 3D Experience

Dank Blu-ray und erschwinglicher Heimkino-Komponenten, gab es in letzter Zeit kaum noch (gute) Gründe, um ins Kino zu gehen. Klar, die Leinwand ist größer, dafür sitz man nicht immer gut, muss sich mit lauten Vor-, Hinter- und Nebenmännern abgeben, ärgert sich über den schlecht eingestellten Projektor, zu leisen oder lauten Ton und muss immer bis zum Ende einhalte, weil man irgendwie keine Pausetaste findet. Von den horrenden Eintritts- und vor allem Genußmittelpreisen gar nicht zu sprechen.

Jetzt kommt es von den Eintrittspreisen her noch dicker, aber dafür in 3D (ein mehr oder minder kleiner Obulus zur (Re-)Finanzierung der neuen Technik wird natürlich direkt an die Kunden weitergegeben). Klar, das gab es auch schon bei diversen Render-(Zeichen-)Trickfilmen, aber wohl noch nie so eindrucksvoll, wie in James Cameron’s Neuverfilmung von Pocahontas - eher bekannt unter dem Titel “Avatar”.

Die Struktur der “Story” (sofern man davon sprechen möchte) ist entsprechend bekannt und Cameron hat es doch tatsächlich geschafft, nicht die kleinste Wendung oder Überraschung einzubauen. Aber eigentlich dient die ganze Geschichte ja sowieso nur als Aufhänger für die tollen 3D Effekte - von der 2D Fassung des Kinofilms sollte man wohl die Finger lassen (was dann wohl leider auch für die Zweitverwertung auf DVD/Blu-ray gilt). Das ganze geht so weit, dass man sich bei einigen Szenen denkt, dass die überhaupt nur Sinn ergeben, weil sie einen 3D Effekt zeigen sollen, ansonsten aber genausogut am Schneidetisch hätten verschütt gehen können. Damit erklärt sich dann wohl auch die Laufzeit von gut 160 Minuten - es sah wohl einfach alles zu cool aus, um es einfach rauszuschneiden.

Die lange Laufzeit wird aber in einer Hinsicht gut genutzt: Sie führt extrem gut ein - nicht in die Story, die ist ja wie gesagt sowieso zu vernachlässigen, sondern in die 3D Technik. So kann man sich langsam an die noch ungewohnte neue Dimension gewöhnen und übersteht auch den Overkill am Ende ohne Kopfschmerzen. Klar, mit der einen oder anderen, kleinen oder größeren Schwäche hat die neue Technik noch zu kämpfen, aber wer 3D noch aus den seligen Rot/Grün-Brillenzeiten kennt, wird trotzdem begeistert sein. Anstrengend ist beispielsweise, dass nur ein Teil des Bildes, auf einer bestimmten Ebene wirklich scharf ist. Wenn man seinen Blick nicht entsprechend darauf einstellt, sondern versucht, etwas aus der tollen 3D Kulisse im Hintergrund zu fokussieren, geht das schlicht nicht, weil die einfach unscharf ist. Besonders schwierig wird dieses bei Schnitten und schnellen Kameraschwenks, bei denen der scharfe Ausschnitt schnell wechselt. So sind bei Avatar beispielsweise die ruhigen und langsamen Kamerafahrten (beispielsweise durch den Urwald) wirklich beieindruckend - die Actionscenen dagegen sind in 3D stellenweise sehr verwirrend und anstrengend.

Alles in allem ist Avatar aber trotzdem endlich mal wieder ein guter Grund, das Heimkino daheim zu lassen und den Weg zum nächsten altehrwürdigen Lichtspielhaus (sofern es denn über 3D Technik verfügt) auf sich zu nehmen.